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Das Kaiserliche Patentamt in Berlin erteilt am 1. Dezember
1897 dem Dr. H. Pauly aus München-Gladbach ein Patent auf »ein Verfahren zur Herstellung künstlicher
Seide aus in Kupferoxydammoniak gelöster Zellulose«. Es ist genau das Verfahren, das der Chemiker Dr.
Max Fremery und der Ingenieur Johannes Urban nach jahrelangem Experimentieren in der Rheinischen Glühlampenfabrik
in Oberbruch entwickelt haben. Warum wird nicht ihnen das Patent erteilt? Die Erklärung ist einfach. In den
neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts liegt die Idee, mit Hilfe der Chemie Seide aus gelöster Zellulose
herzustellen, sozusagen in der Luft. Die Möglichkeit haben grundlegende Arbeiten längst erwiesen. Was
fehlt, sind zweckmäßige Verfahren und Apparaturen, mit denen man jetzt auch einen brauchbaren Faden
in größeren Mengen produzieren kann. Daran arbeiten zu dieser Zeit nicht nur Fremery und Urban. In Frankreich
z. B. ist Chardonnet mit der Nitratseide sogar schon ein Stück weiter. Als sie nach vielem Experimentieren
erste Erfolge haben, wollen sie nicht gleich ihr Geheimnis lüften und die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf
ihre Arbeit im abgelegenen Oberbruch lenken. Sie bitten deshalb den befreundeten Dr. Pauly, das Patent anzumelden.
Und so erscheint auf dem ersten offiziellen Dokument, mit dem die Kupferkunstseide an die Öffentlichkeit tritt,
nicht der Name der Erfinder, deren bahnbrechende Arbeit am Anfang der Kunstseidenproduktion in Deutschland steht.
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Eine Nachbildung der Spinnvorrichtung, mit deren Hilfe Dr.
Fremery und J. Urban ihren Versuche machten, künstliche Seide zu spinnen und die günstigste Zusammensetzung
des Spinnfadens zu bestimmen.
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Die Kunstseide hat sich anfangs gegen eine Reihe von Vorurteilen
durchzusetzen. U. a. steht sie in dem Ruf, explosive Eigenschaften zu haben. Die erste Glanzstoff-Werbeschrift
weist nachdrüclklich darauf hin, daß beim „Glanzstoff“ keine Explosionsgefahr besteht.
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Kunden für die Verarbeitung von Glanzstoffäden zu
gewinnen, ist neben der technischen Entwicklung auch schon am Anfang eine lebenswichtige Aufgabe.
In dem abgebildeten Brief bedankt sich Dr. Fremery bei einem Kunden, der 1902 auf der Düsseldorfer „Industrie-,
Gewerbe- und Kunstausstellung“ kunstseidene Besätze aus Glanzstoff ausgestellt hat.
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Kuag in Barmen:
Kuag: die Bedeutung leitet sich von "Kunstseiden Aktien Gesellschaft" ab
Der Name hatte sich irgenwann verselbstständigt und so wurde aus „KuAG“ eine „Kuag AG“ = „Kuag Textil AG“
Das abgebildete Werk stand in Wuppertal-Barmen.
In der Nähe befindet sich das Opernhaus und das ehemalige Gelände der Familien Engels - berühmtes
Familienmitglied war Friedrich Engels.
Das Elefantenmädchen Tuffi sprang hier aus der Schwebebahn.
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