History informations - J. P. Bemberg (73)

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Bericht
(1)

Versuchs-Abteilung

Wuppertal, den 5.11.1954
Dr.Hp/L
 
N o t i z
 
Bleiglanz bei schwarzgefärbter Bembergseide
 
In der BEA-Besprechung vom 26.10.1954 wurde u.a. das alte Problem des „Bleiglanzes„“ berührt. Hierzu wird nachstehend kurz Stellung genommen:
 
Infolge der porösen Beschaffenheit und zerrissenen Oberfläche unserer Seidenfasern wird das auf sie fallende Licht diffus reflektiert. Die Fäden erscheinen dadurch im Vergleich zur Viskose weniger glänzend. Diese optische Eigentümlichkeit der Kupferfäden wirkt sich auch nach ihrer Schwarzfärbung aus. Der einzige Weg, diesen Nachteil gründlich zu beseitigen, besteht darin, daß man die Seide glasig, d.h. glänzend spinnt, was z.B. durch Anwendung des alkalischen Spinnverfahrens leicht möglich ist. Jedoch ist dieser Weg aus bekannten Gründen für uns nicht zu empfehlen.
 
Als Beweis, daß die Porosität und die Rauhigkeit der Bembergfasern dem alleinigen Grund für das Auftreten des Bleiglanzes bilden, dienen nachstehende Film-Muster.
 
Film I
Eine Seite des Films wurde durch aufrauhen entglänzt.
 
Film II
Der einseitig entglänzte Film wurde tief schwarz gefärbt.
 
Ergebnis:
Man sieht nicht an dem Filmmuster II, daß nur die glänzende Seite eine satte vollschwarze Färbung zeigt, während die aufgerauhte Fläche dagegen stumpf und grau erscheint.
 
Folgerung:
Das Problem des Bleiglanzes ist bei unserer heutigen Bembergseide unlösbar.
 
Dr. Hoelkeskamp
 
Verteilung:
Herrn J. C. Funcke
Herrn Dr. Treitschke
Herrn Dr. Malkomes
Herrn Dr. Schubert
Herrn Dr. von Klenck
Herrn Thomas/Herrn Reiners
 

Bericht
(2)

Versuchs-Abteilung

Wuppertal, den 23.8.1956
Dr.Hp/L
 
N o t i z
 
Betr.: Spezialgarn zum Einsatz in Wulstgeweben bei schlauchlosen Reifen.
 
A.
Autogarn
Wir haben rund 15 kg
Autogarn hergestellt, die Herr Dr. Henne, wie er mir gestern telefonisch mitteilte, gut beurteilt. Die Stränge stehen nunmehr der BEA zur Verfügung.
 
Spinnbedingungen:
R-Lösung, Dureta-Einzeltrichter, 600 den, 180 Lochbrause, 30 m, 600 ccm Wasser mit 700 mg NH3, Temp. 32° C.
Haspelberieselung, Prallbrett unterhalb v. U-Stange, zwei zusätzliche Schließer zwischen U-Stange und Absäuerung.
 
Textilwerte:
 
 

 

Reißfestigkeit

Dehnung

 

 

168/84

17,8/25,2

 

 Vergl. amerik. Garn

124/58

19,3/15,7

 
Spinnmenge des Garns pro Maschine/24 Std. rund 500 kg bei 192 Spinnstellen.
 
B.
Siriusersatz
Das Autogarn sieht, wie beigegebenes Muster zeigt, wegen seiner Verklebung und Drahtigkeit wie Sirius aus. Da die KUAG solches Material sucht und wir seiner Zeit aus betrieblichen Gründen abgelehnt hatten, dieses herzustellen, wäre es vielleicht nicht falsch, das neue Spezialgarn als eine Art Roßhaarersatz der Firma KUAG zur eventuellen Verwendung anzubieten.
 
Dr. Hoelkeskamp
 
Anlage: Garnmuster
 
Verteiler:
Herrn J. C. Funcke
Herrn Luchtenberg
Herrn Dr. Malkomes
Herrn Schubert
Herrn Reines
Akten
 

Detail
 

Original Garnmuster
 
Tüte, Bemberg Zellglas Cuprophan, verschlossen: Gegenlichtaufnahme
 

Anmerkungen:
 
BEA =
 
Bemberg-Entwicklungs-Abteilung
 
Dargestellte Proben: original Bembergseide-Material
 


Quelle: LXVI