History informations - J. P. Bemberg (68)

Problems with the black Bemberg Silk

   

Dokument
 

Probe 1
 

Probe 2
 

 
 

 
 

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Probe 1
 

Bemberg normal
 
 

Probe 2
 

Bemberg alkalisch gesponnen
 
Färbebedingungen:
1 g/ltr Sirius lichtschwarz L
1 g/ltr Soda
bei 40° C eingegangen auf 90° erhitzt, anschließend heiß geseift
 
Färbedauer:
60 Minuten
 

Dokument

Wuppertal, den 29.7.1958
 
Das Problem des Bleiglanzes bei schwarzgefärbter Bembergseide
 
Unter dem 5.11.1954 wurde eine gleichnamige Notiz verteilt, worin die Unmöglichkeit dargelegt wurde, Bembergseide mit substantiven Farbstoffen so tiefschwarz zu färben, wie es bei der Viskose ohne weiteres gelingt. Ich führte diesen Tatbestand auf die poröse Struktur unseres Gespinstes zurück, die das Licht diffus reflektiert. Als Beweis diente schwarzgefärbtes Cuprophan, dessen eine Seite vor der Färbung aufgerauht war. Resultat: die aufgerauhte Seide erschien grau und matt, die andere dagegen glänzend und schwarz wie Lackleder.
 
Vor kurzem haben wir nun eine Seide mit Hilfe eines alkalischen Bades ersponnen (s. Bericht v. 24.7.58 „Herstellung total offener Seide mit beliebig groben Einzelfasern auf alkalischem Wege“). Die Struktur dieser Fäden konnte auf Grund der Fällbedingungen
nicht porös sein. Sie müßten sich demnach tiefschwarz anfärben lassen. Das war auch der Fall, wie die anliegenden Muster zeigen. Wir haben normale Bembergseide und unsere „alkalischen“ Fäden gemeinsam in einem Farbbad unter genau den gleichen Bedingungen gefärbt, gewaschen und getrocknet. Der Unterschied in der Anfärbung ist derart schlagend, daß ein Kommentar sich erübrigt.
 
Sicher kann man auch bei der normalen Bembergseide durch verschiedene Manipulationen wie Anwendung von Nuancierungsfarbstoffen etc. das Schwarz mehr oder weniger verbessern. Doch stellen solche Maßnahmen nur einen Behelf dar. Sie ändern nichts an dem Tatbestand, daß unser Produkt von Natur aus wenig für das Schwarzfärben geeignet ist, während die kompakter strukturierte „alkalische“ Seide und auch die Viskose einen solchen Mangel nicht aufweisen.
 
Dr. Hoelkeskamp
 

g/ltr = Gramm pro Liter


Quelle: LXV