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| Unterschiedliche Informationen |
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Schon 1904 hatten Eichengrün und seine Mitarbeiter für Bayer das erste Trockenspinnverfahren für
Acetatkunstseide zum Patent angemeldet. Es wurde aber nicht ausgeübt, sondern an eine Textilfirma lizensiert:
1907 begann die Kunstseidenfabrik Jülich mit der Herstellung von Acetat-Seide nach dem Bayer-Patent. Doch
die hoffnungsvollen Anfänge wurden vom Ersten Weltkrieg gestoppt.
Mitte der zwanziger Jahre tat Bayer dann den entscheidenden Schritt zur Chemiefaserherstellung.
Auf der Suche nach neuen Arbeitsgebieten wurde 1926 die Produktion von Kupferseide nach dem Kupferoxidammoniak-Cellulose-Streckspinnverfahren
der Firma J. P. Bemberg AG in dem seit Kriegsende fast verödeten Werk Dormagen aufgenommen. Verglichen mit
heute war die Produktion allerdings bescheiden. 2000 Arbeiter, meist Frauen, stellten etwa zwei Tonnen am Tag her.
„Bemberg-Seide“, die später unter dem Namen Cupresa verkauft wurde, bedeutete einen fast revolutionären
Durchbruch.
„Seidenstrümpfe“ wurden leichter erschwinglich. Futterstoffe und Kleider aus „Lavabel“ verschafften Cupresa
auch im Ausland einen legendären Ruf. Die feinen, seidigen, fließend fallenden Stoffe erregten allgemein
Interesse und Wohlgefallen.
1934 begann im Werk Dormagen neben Kunstseide die Produktion von „Kunstwolle“ oder Zellwolle, also einer wollähnlichen
Chemiefaser unter dem Namen Cuprama. Es war nicht leicht, die Zellwolle voll wettbewerbsfähig zu machen, denn
im Gegensatz zur Seide waren die Naturprodukte Wolle und Baumwolle nicht unerschwinglich teuer. Erst die Autarkiebestrebungen
des Dritten Reiches verhalfen der Zellwolle in Deutschland zum Durchbruch.
Die Cuprama-Produktion wurde von Bayer jedoch 1970 aufgegeben die von Cupresa 1974. Chemiefasern, die nicht mehr
aus dem Naturprodukt Cellulose gewonnen werden kann, hatten ihren Platz eingenommen.
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| 1910, Die letzte Rasenbleicherei in der Oehde stellt ihren
Betrieb ein |
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Die J. P. Bemberg AG beschäftigt in Barmen zur Zeit ca.
3200 und in Augsburg etwa 450 Mitarbeiter.
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Die J. P. Bemberg AG besitzt in Augsburg seit 1880 eine Buntweberei
und Färberei.
Zur Zeit laufen dort 400 Stühle, überwiegend modernster Bauart. Das Fabrikationsprogramm umfaßt
die Herstellung von leichten bis Herren-Oberbekleidungsstoffen (DIOLEN-Wolle). Wichtigstes Einsatzgebiet sind unter
anderem Damen-Oberbekleidungsstoffe. Weiterhin werden Badeanzug- und Handschuhstoffe hergestellt (Helanca, Lycra).
Zur Weberei gehören noch eine Kett- und Schußfadenvorbereitung. Nachgeschaltet sind eine Färberei
und Ausrüstungsanlagen.
Ferner gehört zum Betrieb eine Versuchsweberei mit 40 Stühlen, wo vom Glanzstoff-Konzern Versuche aller
Arten durchgeführt werden.
In Augsburg arbeiten etwa 430 Personen.
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Leiter der Glanzstoff-Werke, Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer der Glanzstoff-Beteiligungsgesellschaften
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| Name: |
seit: |
bis: |
J. P. Bemberg AG: |
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| Carl Hermann Benrath |
1927 |
1929 |
Vorsitzender des Aufsichtsrats |
| Kurt Frowein |
1934 |
1935 |
Vorstandsmitglied |
| Julius C. Funcke |
1957 |
1959 |
Vorsitzender des Vorstandes |
| Dr. Werner Bandel |
1958 |
- |
Vorstandsmitglied |
| Walter T. Jäger |
1958 |
- |
Vorstandsmitglied |
| Hans Zaum |
1958 |
- |
Sprecher des Vorstandes |
| Hans Zaum |
1966 |
1970 |
Mitglied des Vorstandes |
| Hellmuth Palm |
- |
- |
Vorstandsmitglied (stellvertretend) |
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Bemberg hatte schwere Bombenschäden erlitten und zwei Drittel der Kapazität eingebüst. Auch hier
wurde die erhalten gebliebene Energieanlage bald für die Stromversorgung der Stadt Wuppertal herangezogen.
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Rückgewinnung:
In den Anlagen, die der Rückgewinnung dienen, werden aus dem Verfahrensprozeß der Seide- und Zellglas-Herstellung
zurückgewonnen:
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ca.
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96 %
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Kupfer |
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70 %
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Ammoniak |
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65 %
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Wasser |
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90 %
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Lösungsmittel
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(in einer Lurgi-Anlage mit A-Kohle und automatischer Steuerung.) |
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Im Werk Oberbarmen der J. P. Bemberg AG konnte im Laufe des Sommers 1945 für etwa 1 1/2 Monate Kunstseide
in beschränktem Umfang hergestellt werden. ab 1. Oktober 1945 wurde das Werk jedoch auf Anordnung der
britischen Militärregierung völlig stillgelegt. Erst im Mai 1947 erhielt Bemberg die Erlaubnis zu einer
begrenzten Erzeugung von Zellglas und Dureta-Kunstseide und später die uneingeschränkte Produktionsgenehmigung.
Die Weberei Augsburg hatte nur im Mai/Juni 1945 die Fertigung unterbrechen müssen, arbeitete dann in ihrem
Werk I weiter, während mit dem Wiederaufbau des zerstörten Werkes II begonnen wurde.
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Im Jahre 1960 erwies es sich auch als notwendig, die Kapazität für textile Synthesegarne weiter wesentlich
zuvergrößern. In der Vorstandssitzung vom 5. Juli 1960 wurde zunächst entschieden, daß
angesichts der vielfältigen Auslastung von Oberbruch und Obernburg diese beiden Werke für die Erweiterung
nicht in Frage kämen, sondern daß ein neuer Standort gesucht werden sollte. Hierfür kamen Bemberg
und Kelsterbach - das einzige Glanzstoff-Werk ohne Synthesesparte - in Frage. Die Vorteile und Nachteile der beiden
konkurrierenden Standorte wurden in den folgenden Untersuchungen und Diskussionen herausgearbeitet.
Für Kelsterbach sprach insbesondere die Tatsache, daß es als Glanzstoff-Werk voll und ganz in das Gesamtunternehmen
integriert war, während bei Bemberg die Stellung als rechtlich selbständige Gesellschaft und noch mehr
das Vorhandensein von fast 40%freien Aktionären einige besondere Probleme aufwarfen. Andererseits konnte Bemberg
darauf hinweisen, daß aus dem Haspelbetrieb der Cuprospinnerei Arbeitskräfte für die PERLON-Fabrik
zur Verfügung gestellt werden könnten; dieser sehr arbeitsintensive Produktionszweig war - das stand
schon damals fest - aus Rentabilitätsgründen nicht mehr zu halten. Die Möglichkeit einer zeitlichen
Koordinierung der Stillegung des Haspelbetriebes mit der Inbetriebnahme der PERLON-Fabrik war für Bemberg
ein wesentlicher Pluspunkt.
Mitentscheidend mußte schließlich sein, daß Glanzstoff mit dem am 5. April 1955 abgeschlossenen
Organschaftsvertrag eine wesentliche Verantwortung für das Schicksal von Bemberg übernommen hatte. Schon
damals waren die Meinungen über die Lösung des Problems Bemberg erheblich auseinandergegangen. Sie hatten
bis zu der Überlegung gereicht, Bemberg in Liquidation gehen zu lassen oder die Mehrheitsbeteiligung an dieser
Gesellschaft zu veräußern. Allein das entschiedene Eintreten von Herrn Dr. Vits für Bemberg - es
galt in erster Linie den leitenden Kräften und der Belegschaft, die nach Krieg und Zerstörung unter großen
Schwierigkeiten die Produktion wieder in Gang gesetzt hatten - hatte den Ausschlag für das Eingehen einer
so verpflichtenden Bindung gegeben, wie sie ein Organschaftsvertrag ist.
Der Vertrag hatte Bemberg zwar eine entscheidende Rückendeckung gegeben, eine Lösung des betrieblichen
Strukturproblems war damit jedoch noch nicht gefunden. In den ersten vier Jahren der Geltung des Organschaftsvertrags
entstand bei Bemberg ein Verlust von zusammen 4,4 Millionen DM, der durch Glanzstoff auszugleichen war. Die leichte
Besserung, die 1959 eintrat und sogar zu einem kleinen Gewinn führte, versprach - das war allen Beteiligten
klar - keine nachhaltige Wende zum Besseren. Da die Entwicklung der Rohstoff- und Personalkosten die Produktion
nach dem veralteten Haspelverfahren zu einem immer größeren Problem werden ließ, wäre das
traditionsreiche Barmer Unternehmen, das in den zwanziger Jahren mit seiner Bemberg-Seide eine so bedeutungsvolle
Rolle in der Chemiefaserindustrie gespielt hatte, allein auf die Continueproduktion, eine verhältnismäßig
kleine Folienerzeugung und die Weberei in Augsburg angewiesen gewesen. Dies war jedoch keine tragfähige Grundlage.
Die Sorge um die weitere Existenz von Bemberg beschäftigte die für das Unternehmen Verantwortlichen genauso
wie die Belegschaft.
Herr Dr. Vits hatte schon wiederholt vor dem Aufsichtsrat von Glanzstoff auf die Notwendigkeit hingewiesen, für
Bemberg zur Lösung des Strukturproblems dieser Gesellschaft eine neue Produktions sparte einzurichten. In
der Aufsichtsratssitzung am 26. September 1960 teilte er mit, daß sich der Glanzstoff-Vorstand entschlossen
habe, bei Bemberg eine PERLON-Fabrik zu bauen. Er stellte den Antrag, Bemberg einen Kredit von 16,75 Millionen
DM zu gewähren, der - unter Hinzuziehung weiterer Kredite, die sich Bemberg anderweitig beschaffen sollte
- die finanzielle Voraussetzung für die Errichtung einer Kapazität von zunächst zwei RS 8-Maschinen
im Werk Barmen schaffe. Bemberg hatte durch Grundstückzukäufe zu günstigen Bedingungen das erforderliche
Gelände beschafft.
Nachdem bereits ein Jahr später, im Herbst 1961, eine Verdoppelung der im Aufbau begriffenen Kapazität
der PERLON-Fabrik beschlossen worden war - wiederum mit Hilfe eines Kredites von Glanzstoff - wurde im Mai 1962
bei Bemberg das erste PERLON-Garn gesponnen.
Um diese Zeit war auch der Entschluß gefaßt worden, die finanziellen Probleme der Gesellschaft durch
Erhöhung des Grundkapitals einer endgültigen Lösung zuzuführen. Der Umfang der Kapitalerhöhung
mußte so gewählt werden, daß die ursprünglich vorgesehenen und zum Teil schon zur Verfügung
gestellten Kredite der Muttergesellschaft dadurch abgelöst und gleichzeitig eine Reserve für den weiteren
Kapazitätsausbau geschaffen wurde. Der zum 25. Juli 1962 einberufenen Hauptversammlung von Bemberg wurde vorgeschlagen,
das Grundkapital von 20 auf 45 Millionen DM durch Ausgabe neuer Aktien im Verhältnis 4:5 zum Ausgabekurs von
200% zu erhöhen. Die Hauptversammlung stimmte dieser Konzeption, durch die Bemberg 50 Millionen DM an neuen
Mitteln zugeführt wurden, mit einer Mehrheit von 99,7% zu. AKU übte seine Bezugsrechte nicht aus. Die
darauf entfallenden jungen Aktien übernahm Glanzstoff. Ebenso übernahm Glanzstoff die an der Börse
angebotenen Bezugsrechte. Hierdurch erhöhte sich der Anteil von Glanzstoff am Bemberg-Kapital auf über
80%, zusammen mit AKU auf fast 90%.
Nach einer vorübergehenden Absatzflaute für PERLON im Sommer 1962 stieg der Absatz von PERLON-Garn, der
einheitlich auch für die Produktion bei Bemberg durch Glanzstoff erfolgte, sprunghaft an. Im Frühjahr
1963 wurden die dritte Ausbaustufe der PERLON-Fabrik und im Herbst 1963 bereits die vierte Stufe - jedesmal aus
zwei ES 8-Maschinen und den dazugehörigen vor- und nachgelagerten Einrichtungen bestehend - beschlossen.
Insgesamt wurden bisher für die PERLON-Fabrik bei Bemberg Investitionen meiner Höhe von über 100
Millionen DM eingesetzt.
Neben dem Bau der PERLON-Fabrik gingen, die Bemühungen um die nach Stillegung des Haspelbetriebes verbliebenen
traditionellen Produktionssparten weiter.
Die Continuesparte konnte in den letzten Jahren ihre Produktion erhöhen; dies war nicht nur durch den Wegfall
der Haspelproduktion begünstigt, sondern auch durch eine allgemein gute Nachfrageentwicklung. Pläne zur
Stillegung der Continueanlage wurden zurückgestellt, nachdem die Ertragslage dieser Sparte ebenfalls wieder
besser geworden war und es sich außerdem herausstellte, daß die Personalbeschaffung für die wachsende
PERLON-Produktion auch ohne die Heranziehung der im Continuebetrieb tätigen Kräfte möglich war.
Nachdem Glanzstoff bereits 1957 durch einen Vertrag Bemberg die Möglichkeit gegeben hatte, im Auftrag von
Glanzstoff und unter Einsatz beachtlicher Mittel die Forschung der synthetischen Folien zu betreiben, führten
der Kapazitätsausbau bei Zellglas und den synthetischen Folien sowie die Modernisierung in den letzten fünf
Jahren zu einer erfreulichen Besserung.
Für die Bemberg-Weberei in Augsburg wurden in der Zeit schwieriger Krisen die Mittel bereitgestellt, um die
Weberei und Färberei zu modernisieren und zu automatisieren und durch Einrichtung einer Versuchsweberei und
-färberei zu ergänzen. In diesem Versuchsbetrieb werden die Erzeugnisse des Konzerns getestet und anwendungstechnisch
entwickelt, um der Kundschaft Anregungen zu geben und Zeit und Risiko zu sparen.
In den schwierigen Zeiten der Umstellung war es für Bemberg nicht einfach, die Arbeitsplätze zu sichern
und - obwohl die Ertragskraft nicht dazu reichte - soziale Maßnahmen soweit zu ermöglichen, daß
Bemberg gegenüber anderen Unternehmen nicht abfiel. Noch bevor die Umstrukturierung der Produktion bei Bemberg
die ersten vorteilhaften Auswirkungen im Ergebnis zeitigte, wurde die Weihnachtsgratifikation der Bemberg-Belegschaft
stufenweise dem Konzernniveau angepaßt. Die bessere Absicherung auch der sozialen Entwicklung ließ
die lange Zeit etwas bedrückte Stimmung der Belegschaft wieder freier und zuversichtlicher werden.
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Handwerker:
Im Instandhaltungs- und Werkstättenbereich von Bemberg arbeiten etwa 500 Handwerker, und zwar
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Dreher, |
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Elektriker, |
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Klempner, |
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Schlosser, |
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Rohrleger, |
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Bleilöter, |
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Schreiner, |
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Anstreicher, |
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Maurer, |
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Meß- und Regeltechniker |
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und Betriebsschlosser |
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für die einzelnen Produktionszweige.
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Abschrift
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Carl W. Bieber
105 New England Evenue
Summit, New Jersey
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den 20.Okt.1961
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Firma
J. P. Bemberg A.-G.
Wuppertal-Barmen
---------------------------
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Sehr geehrte Herren !
Betr.: Neues Bemberg-Garn
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| In der „Daily News Record“ vom 18.ds.Mts. las ich die folgende
Bekanntmachung: |
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„Bemberg Develops New Process for
Combining Yarns“
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welche ich meinem Briefe beilege.
Ich habe einen Abdruck dieser Pressenotiz während meiner gestrigen Unterredung in New York auch Ihrem Herrn
Jaeger gegeben. Er wird sich über diese Entwicklung weiterhin bei Bemberg erkundigen.
Mit freundlichen Grüssen verbleibe ich |
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hochachtungsvoll
gez. C. W. Bieber
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Abschrift
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18.10.1961
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Bemberg Develops New Process for Combining
Yarns
------------------------------------------------------------------------------
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New York - American Bemberg has developed a texturing process
for combining continous filament rayon yarns without twisting.
Called Cuprel, the process is said to produce textured, lustrous yarns in a variety of color effects which afford
full hand and good cover for dress fabrics and home furnishings.
Any filament rayon yarn, novelty or plain can be combined with Cuprel yarns to achieve different textues, weights
color effects and patterns, it is said.
Cuprel yarns can be woven on all warps and the company's fabrics develoment department is showing ideas and working
with customers to create new fabrics. Development work is under way to produce deniers for lighter dress weights.
A 315 - denier Cuprel yarn was developed and has been used in a 75/25 blend with silk for woment's suits.
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Die Folien-Division wurde im November 1969 gegründet. Sie stellte eine eher lockere Verbindung zwischen den
Folienproduktionen bei der J. P. Bemberg AG, der Enka N. V., der Sastig AG in der Schweiz und der Italenka
SpA dar. Den Verkauf betrieben die bei den einzelnen Herstellern bestehenden Verkaufsorganisationen in eigener
Regie, jedoch mit der Verpflichtung zu gegenseitiger Unterstützung. Sitz der Divisionsleitung war Wuppertal-Barmen.
Zum Zeitpunkt der Divisionsgründung hatte das Foliengeschäft in den Unternehmen der neuen Enka Glanzstoff-Gruppe
seinen Höhepunkt schon überschritten. Die Konkurrenz auf dem Markt war drückend, und medizinische
Membranen, das spätere Starprodukt, steckten damals noch in den Kinderschuhen. Ihre großartige Zukunft
sah 1969 wohl niemand voraus.
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Daß der Standort Augsburg aufgegeben wurde, hatte jedoch seine besonderen Gründe, die nicht mit der
Neuorganisation der Entwicklungsbereiche zusammenhingen. Die J. P. Bemberg AG besaß in Augsburg eine Weberei,
der eine Versuchsweberei und -färberei angeschlossen waren. Schon Anfang des Jahres 1970 hatte man bei Bemberg
die Entscheidung gefällt, den Augsburger Betrieb zu verkaufen oder zu schließen. Wegen ihrer Kleinheit
bestanden nämlich für die Weberei kaum Aussichten, zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Um sie auf
die für einen rentablen Verarbeitungsbetrieb notwendige Mindestgröße zu bringen, hätten erhebliche
Investitionsmittel eingesetzt werden müssen. Als Chemiefaserhersteller wollte Bemberg jedoch überhaupt
nicht in größerem Umfang auf einer nachgelagerten Verarbeitungsstufe tätig werden. Dies war übrigens
ein altes Glanzstoff-Prinzip, mit dem man vermied, in die Gefahr einer Konkurrenz zu den eigenen Kunden zu geraten.
Schon Ende 1969 war die Lage der Augsburger Weberei so, daß sie Kassenverluste erlitt. Da sich ein Käufer
für die Weberei nicht fand, wurde Mitte 1970 die Stillegung beschlossen. Die Versuchsweberei und -färberei
wurden ins TTI nach Wuppertal verlegt. Von der Ende 1970 vollzogenen Schließung waren 450 Mitarbeiter betroffen.
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Straffung der Organisation und Einsparung vermeidbarer Kosten waren auch der Zweck der Veränderung, die im
Verhältnis von Glanzstoff als Muttergesellschaft zur Spinnfaser AG und zur J. P. Bemberg AG eintraten. Die
Spinnfaser AG wurde im Juli 1971 auf Beschluß der Spinnfaserhauptversammlung auf die Glanzstoff AG umgewandelt,
die J. P. Bemberg AG im August mit Zustimmung beider Hauptversammlungen mit Glanzstoff verschmolzen. Betriebspachtverträge
bestanden mit der Spinnfaser schon seit 1967, mit Bemberg seit Oktober 1970. Mit der Umwandlung und der Verschmelzung
wurden nur noch die gesellschaftsrechtlichen Konsequenzen aus den schon in vieler Hinsicht existierenden praktisch-betrieblichen
Verschmelzungsmaßnahmen gezogen. Spinnfaser und Bemberg wurden jetzt Glanzstoff-Werke. Der Name Bemberg blieb
in der Bemberg-Folien GmbH erhalten, die weiterhin für den Verkauf der Folienerzeugnisse zuständig war.
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Kriegsalltag 1939 bis 1942
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„Anfang 1940 zogen die ersten polnischen Fremdarbeiter in die für die Autobahnarbeiter gebauten Baracken ein.
Sie waren zur Arbeit bei der Firma J. P. Bemberg zwangsverpflichtet worden. Die Polen, ein leuchtendes P am
Anzug, gingen ängstlich und schweigend über die Straßen.“
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Der Angriff auf Barmen vom 30. Mai 1943
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Einer der Piloten schilderte den Angriff folgendermaßen: „Alles, was wir abwarfen, schien an den Berghängen
herab ins Tal zu rollen. Brandbomben wurden in fürchterlicher Anzahl abgeworfen, und lange vor Angriffsende
war das ganze Zielgebiet von Feuer bedeckt.“
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Für die Bevölkerung kam der Angriff völlig überraschend. Sie war an diesem Samstag sorglos
wie immer. Der Alarm um 0.14 Uhr schreckte nur wenige auf. Erich Leber gab als Grund an, daß bisher nichts
passiert war und daß man sich deswegen nicht mehr luftschutzmäßig verhielt. Erich Mittelsten Scheid
schrieb damals: „Um 0.14 Uhr kam Alarm, aber es geschah lange nichts, so daß wir wie wohl viele schon wieder
eingeschlafen waren, nachdem wie an so zahllosen Abenden nur in der Ferne leichtes Rummeln der Flak zu hören
war.“
Otto Walther Erbslöh wurde „aus tiefem Schlaf durch die Sirene von Bemberg geweckt. Meine Frau wurde nicht
ganz wach. Ich blieb zunächst liegen, weil bisher aus diesen Alarmen keine Angriffe erfolgt sind. Hörte
dann aber bald das interne Signal von Bemberg und kurz darauf Fliegergeräusch. Ich sprang sofort aus dem Bett,
weckte meine Frau und die anderen Hausgenossen.“ Die Drahtfunkwarnung „Starke Feindverbände überfliegen
Köln in Richtung Wuppertal! Achtung für Wuppertal !“ war nur von wenigen Leuten gehört worden.
Kaum waren die Markierungsbomben gefallen, da setzte auch sogleich ein heftiges Bombardement ein. Der Werkluftschutzleiter
der Firma Vorwerk u. Sohn, von der Heyden, berichtete: „Schlagartig setzte gleichzeitig ein ungeheurer Bombenregen
ein, so daß ich Mühe hatte, überhaupt noch die 150 Meter von der Wohnung zum Betrieb zurückzulegen.“
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Der Angriff auf Barmen vom 30. Mai 1943
Herr Otto Walther Erbslöh wurde durch die Sirene von Bemberg aus tiefem Schlaf geweckt. „Meine Frau wurde
nicht ganz wach. Ich blieb zunächst liegen, weil bisher aus diesen Alarmen keine Angriffe erfolgt sind. Hörte
dann aber bald das interne Signal von Bemberg und kurz darauf Fliegergeräusch. Ich sprang sofort aus dem Bett,
weckte meine Frau und die anderen Hausgenossen. Die Drahtfunkwarnung 'Starke Feindverbände überfliegen
Köln in Richtung Wuppertal! Achtung für Wuppertal !' war nur von wenigen Leuten gehört worden.“
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... Der Vorstand entschied sich im Frühjahr 1972 für
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Der Plan sah vor, die Polyamidproduktion in den Werken Wuppertal-Barmen, Zwijnaarde, Rorschach und die Polyesterproduktion
im Werk Breda zu beenden. Die gesamte Herstellung von textilem Polyamid-Filamentgarn sollte in Kelsterbach, Obernburg
und Emmen konzentriert werden. Für textiles Polyester-Filamentgarn sollte Oberbruch der einzige Standort werden.
Beendet werden sollte ebenfalls die Produktion der Texturierbetriebe in Breda und Emmercompascuum.
Schließlich sah der Plan auch die Aufgabe der gesamten Folienproduktion vor, weil es trotz aller technischen
und betriebswirtschaftlichen Bemühungen nicht gelungen war, die Foliensparte so zu entwickeln, daß sie
ein positives Ergebnis lieferte. Eingestellt werden sollte auch die kleine Cuprogarnproduktion in Wuppertal-Barmen,
die inzwischen Kassenverluste verursachte.
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Schornsteine:
Die Bemberg-Silouette wird - besonders von der Autobahn her gesehen - neben dem Bemberg-Schild von den Schornsteinen
charakterisiert:
| aus Stein |
für HD 1 |
= 75 m |
| aus Blech |
für HD 2 (Öl, Turmkessel) |
= 70 m |
| aus Stein |
für HD 3 und MD 7 + 8 |
= 85 m |
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Verkehrswesen:
Bemberg unterhält 8 Omnibus-Linien für den Berufsverkehr, und zwar 2 für Tag- und 6 für Wechselschicht.
Er umfaßt einen Kreis von ca. 700 Personen. Die Omibusse verkehren bis in den Raum Gelsenkirchen/Bochum.
Die Omnibusgesellschaft ist die Firma Euscher Ferienreisen aus Blankenstein/Ruhr.
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Linters:
Saamenhaare der Baumwolle, die sich wegen ihrer Kürze nicht zum Verspinnen eignen. Alpha-Cellulose-Gehalt
der gebeuchten und gebleichten Linters: ca. 99 %, des Buchenzellstoffs: ca. 90 %
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Mensch und Arbeit:
Mittelpunkt des Betriebes muß der Mensch sein.
Rationalisierung und Humanisierung sind im betrieblichen Geschehen so in Gleichklang zu bringen, daß beiden
Gesichtspunkten Rechnung getragen wird.
Der Realisierung dieses Grundsatzes dient das Büro „Mensch und Arbeit“, das einerseits in enger Zusammenarbeit
mit der Personalabteilung und andererseits mit der Produktion die Interessen der Person mit den Belangen der Firma
koordiniert.
Grundprinzip:
Die Bestgestaltung der Arbeit ist nur dann gewährleistet, wenn der einzelne Mensch des Betriebes seinen Anlagen
und Fähigkeiten entsprechend eingesetzt wird.
Das Bewußtsein um gemeinsame Leistung und Verantwortung von Unternehmensleitung und Mitarbeitern wird nur
da vorhanden sein, wo der Mensch als Einzelpersönlichkeit zur Geltung kommen kann.
Das „Humanum“ mit dem Ertrag zu integrieren, ist höchstes Ziel der modernen Betriebsführung.
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Continue-Spinnmaschine:
Es laufen 17 Maschinen, von denen 10 Maschinen auf Teilbaum, 3 auf Spinnbaum, die restlichen 4 auf Einzelaufmachung
laufen (Cones, Wickel oder Spulen).
Die Kosten der Spinnmaschine bei einer technischen Auslegung auf 150 m/min belaufen sich auf etwa 1 Mio DM, zusätzlich
etwa DM 6000.000 für Einzelaufmachung.
Die Fadenzahl pro Maschine beträgt 508-570.
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Inzwischen hatte die Kunstseide ihren Einzug in die Industrie der Damenkleiderstoffe gehalten. Die Firma Frowein
& Co. A.=G. erschien mit einem neuen kunstseidenen Stoff, Bemberg Crêpe Georgette, auf dem Markte. Obwohl
sich ein Teil der Abnehmer diesem Stoff abwartend gegenüberstellte, entwickelte er sich sehr bald mit so großem
Erfolg, daß die vorhandenen Stühle Tag und Nacht beschäftigt waren, und der Maschinenpark von Woche
zu Woche vergrößert werden mußte. Die Ware wurde roh, unigefärbt und auch bedruckt verkauft.
Fast zwei Jahre lang bildete der Bemberg Crêpe Georgette das alleinige Erzeugnis der Firma, und alle Stühle
waren allein mit seiner Herstellung beschäftigt, obgleich man inzwischen im Gebiet von Wassenberg auf der
linken Rheinseite in größerem Umfange Heimarbeiter zur Verstärkung der Elberfelder Produktion gewonnen
hatte.
Erst als 1930 die Zahl der Stühle auf 130 gestiegen war, war deren Produktion groß genug, daß
man neben Bemberg Crêpe Georgette eine kleine Kollektion anderer Artikel herstellen konnte.
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