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Barmer Sänger und Bembergseide
beim 10. Deutschen Sängerfest |
Da der Bemberg-Chor erst 1927 gegründet wurde, erfreute
sich 1928 offensichtlich noch der "Rotter Männerchor" der Unterstützung unserer Werbeabteilung.
Ein singender Bemberger, der dabei war, schreibt über dieses große Ereignis. (Der heutige Werk-Chor
probt an jedem Dienstag 16-18 Uhr im Sozialgebäude. Interessenten wenden sich bitte an Klaus Theis, Werkschutz.)
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Vom 19. bis zum 22. Juli fand in Wien das 10. Deutsche Sängerbundesfest
statt. Es gestaltete sich zu einer Kundgebung, wie man sie in dieser Wucht und Größe wohl kaum jemals
erlebt hat. Gewaltig und erhaben wurde dem Willen zum Deutschtum Ausdruck verliehen. - Der Rotter Männerchor,
Barmen nahm auch an diesem Treffen teil. Mit dem Sonderzug des Unterbandes "Bergisch Land" des Rheinischen
Sängerbundes fuhren wir am 17. Juli von Rittershausen ab. In Barmen, Elberfeld, Vohwinkel, Ohligs, Opladen,
Schlebusch stiegen noch Sänger zu, bis der Zug besetzt war. Dann ging es in flotter Fahrt dem Freundesland
entgegen, wobei kurze Unterbrechungen in Frankfurt, Würzburg und Regensburg der Verpflegung und Erfrischung
galten. An der Grenzstation Passau hatten wir längeren Aufenthalt. Von einer Revision wurde abgesehen, aber
einen Tribut mußten wir entrichten. Die Zollbeamten baten uns um ein Lied. Von Passau aus begleitete uns
eine Welle von Begeisterung, ganz Oesterreich jubelte uns zu. Die Bahnhöfe waren festlich geschmückt.
Immer wieder hielt der Zug. Kinder brachten Blumen, Musik erklang. Freudige Begrüßungsworte wurden uns
zugerufen, und wir ließen herzlich durch unsern Leiter danken. Am Mittwoch, den 18. Juli lief unser Zug unter
feierlichen Fanfarenklängen in Wien ein. Die schon in der Heimat erhaltene Wohnkarte führte jeden Sänger
schnell in sein Quartier. - An den folgenden Tagen besuchten wir zuerst die Sehenswürdigkeiten Wiens und nahmen
später an den Festkonzerten teil. Ueberwältigend wirkten die Hauptaufführungen in der Riesenhalle.
40000 Sänger hatten sich vereint, um einer ebenso großen Anzahl von Zuhörern ihr Können zu
zeigen.
Der Samstag wurde der Fertigstellung des Festwagens "Bemberg-Seide" gewidmet. Die Arbeit dauerte bis
zur späten Abendstunde. Am Sonntag bewegte sich ein Festzug durch die Stadt, wie ihn Wien, ja die Welt wohl
noch nicht gesehen hat. An dem acht volle Stunden dauernden Zuge nahmen 200 000 Sänger teil, die vor etwa
einer Million Zuschauer vorbeizogen. Auch unser Festwagen "Bemberg-Seide" fand allseitige Anerkennung.
Die Wiener Zeitungen erwähnten ihn mit treffenden Worten. So schrieb "Der Montag": "Der Rheinische
Sängerbund mit dem gemeinsamen Festwagen des Rotter Männer-Chores Barmen und der Firma Bemberg-Seide
zeigte wie mancher andere Festwagen der Deutschen, daß dieses Volk es glänzend versteht, auch in seinen
festlichen Aeußerungen die Reklame seiner heimatlichen Industrieerzeugnisse nicht zu vergessen !"
Die Festtage in Wien werden allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben.
Ernst Kölsch, i. Fa. J. P. Bemberg A.-G.
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