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Friedrich Platzhoff, kaufmännisch sehr begabt, verstärkt
die Tendenz zu eigener Fabrikation. Später sind zeitweise vier seiner Söhne in der Türkischrot-Färberei
tätig, der es bald an Raum gebricht. Friedrich A. Platzhoff, der älteste Sohn, verlegt deshalb den Betrieb
in die Oehde im Jahr 1865. Dessen Sohn Gustav verwandelt ihn 1892 in eine Aktiengesellschaft und ermöglicht
damit die Konzentration für den Massenverbrauch und letztlich den Sprung zur Kunstseide, der die Firma Bemberg
weltberühmt macht.
Am 7. Juli 1971 beendet die Firma ihre fast zweihundertjährige eigenständige Existenz und geht mit ihrem
ganzen Bestand in die Glanzstoff A.-G. ein. Der traditionsreiche Name wird in der gleichzeitig gegründeten
„Bemberg Folien G.m.b.H.“ erhalten.
Als Goethe 1774 nach Elberfeld kam, sah er „die unvergleichliche Stadt in dem paradiesischen Tal mit leinen Garn
wie beschneit (Stilling)“, aber 1816 - so erzählt Perthes1) - ist das Bild bunter geworden:
„von der Höhe herab, das Tal entlang, ist der Anblick staunenerregend, der Gipfel der Berge waldig, ihr Abhang
mit Getreidefeldern, dann mit grünen Wiesen bedeckt, bald weiß wie Schnee, bald in Purpur glänzend,
bald in bunten Farben schillernd, je nachdem die auf ihnen ausgebreiteten Tuche und Garne wechseln. Tief unten
an der Wupper stehen die palastähnlichen Gebäude mit ihren prächtigen Blumengärten, alles in
übermütiger Üppigkeit ausgeziert und alles aus der unglaublichen Fabriktätigkeit hervorgegangen
... .“
In einem dieser Häuser an der Wupper, nämlich in dem vom Vater ererbten an der Hofaue, lebt Friedrich
Platzhoff mit seiner jungen Frau Therese.
Friedrich und Therese Platzhoff sehen so aus, wie H. Ch. Kolbe2) sie meisterhaft malte, und
der Ausdruck „übermütige Üppigkeit“, den Perthes, der damals schon sehr sozialkritisch eingestellt
ist, gebraucht, bezieht sich wohl auf die Gärten, nicht auf die Menschen. Das sehen wir aus dem Ausdruck ihrer
Gesichter, aus ihrer Kleidung. Friedrich hat in seinem jungen Leben Trauriges erlebt, er hat beide Eltern früh
und gerade eine geliebte Schwester und einen jugendlichen Onkel verloren. - Er findet Trost in seiner Musik - die
Noten und die Geige fehlen nicht auf dem Bild - und Thereses Ausgeglichenheit und Selbstsicherheit, ein Bemberg-Scheibler'-sches
Erbe, wird seinem Leben Stütze und Heimat geben. Therese wird dreizehn Kinder bekommen, von denen acht - vier
Söhne und vier Töchter - fröhlich im Elternhaus aufwachsen, später heiraten und die Eltern
mit einer munteren Schar von Enkeln erfreuen. Therese und Friedrich werden innerhalb Jahresfrist, 1858/59, sterben.
Auch Altersbilder sind von ihnen vorhanden, beide immer noch schlank und schön, mit weißen Haaren und
den gleichen fragenden Augen wie in der Jugend in Gesichtern, die von einem erfüllten, tätigen, mit Freud
und Leid gemischten Leben erzählen. |
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Die Elternhäuser Platzhoff
Friedrichs Großvater kommt 1750 von Wülfrath nach Elberfeld und gründet eine Bandfabrik. Dessen
Sohn, Friedrich A. Platzhoff, heiratet Elisabeth Simons, die Tochter des Begründers der Seidenindustrie in
Elberfeld und tritt in die Firma Simons ein, während ein Vetter Eberhard Platzhoff eine der zahlreichen Töchter
heiratet und die Bandfabrik übernimmt. Friedrich A. Platzhoff's jüngerer Bruder Jakob, das elfte Kind
seiner Eltern, ist der „gute Onkel Jakob“, Stadtrat Platzhoff I, der eine wichtige Rolle in Friedrichs Leben spielen
wird. Friedrich A. Platzhoff und Elisabeth Simons haben drei Kinder, Charlotte geboren 1789, Friedrich 1791 und
Wilhelmine 1794. 1796 stirbt Elisabeth Simons im Kindbett, 28 Jahre alt. Sechs Jahre später steht in der Provinzialzeitung
vom 28.10.1802 folgende Todesanzeige:
Nr. 251
Churfürstl.-privilegierte Herzoglich Bergische Provinzialzeitung Elberfeld
Donnerstag, den 28. Oktober 1802
Todesanzeige
Ein hitziges Nervenfieber, zu dem in den letzten Tagen zwei starke Anfälle eines Bluthustens sich gesellten,
riß gestern Abend zwischen 11 und 12 Uhr unseren theuren Bruder Friedrich A. Platzhoff aus unserer Mitte
weg. - Er starb im 39ten Jahre seines, noch bis tief in die letzte Krankheit, rastlos tätigen Lebens. Wer
den Frühentschlafenen als Mensch und Geschäftsmann kannte, teilt den großen Schmerz, den wir bei
dem Verlust des geliebten Bruders, des treuen Freundes, thätigen Gehülfen fühlen. - Trauriger noch
aber läßt sein Tod drei gute, hoffnungsvolle Kinder, die nun ganz verwaist sind.
Elberfeld am 28. Oktober 1802
Im Namen unserer sämtlichen Geschwister
Jakob Platzhoff
Benjamin Simons
Charlotte, zwölfjährig, ist zu dieser Zeit schon in Bremen in der Erziehungsanstalt Rumpp, Friedrich
in Duisburg bei einem Pfarrer Spies in Pension. - Eine Frau Spies leitet auch den Haushalt des kinderlos verwitweten
Onkel Jakob, der 1803 Fritz und Minchen bei sich aufnimmt. Charlotte kommt erst 1805 aus Bremen zurück. Jakob
Platzhoff schreibt im Jahre 1802 an Charlotte: „Weine nur immer über den Tod des guten Vaters, arme Lotte,
denn Du hast sehr viel verloren, aber freue Dich auch und danke Gott dafür, daß er Dir einen Vater gegeben
und so lange erhalten hat, der so unermüdlich für seine Kinder wirkte und sorgte.“ Und später: „Es
muß Dich freuen und trösten, liebe Lotte, wie es uns gefreut und getröstet hat, wenn ich Dir sage,
daß lange hier niemand gestorben ist, dessen Tod eine so große, so allgemeine und so lautere Anteilnahme
erregt hat, als der Tod Deines braven Vaters.“ Dann weiter: „... ich werde noch lange über diesen Verlust
trauern, so daß ich in meiner jetzigen Stimmung noch zu arm an Trost bin, um Dir welchen geben zu können.
- ... ich gelobe es Dir hier noch einmal, so wie ich es Fritz und Minchen gelobt habe, daß ich, soviel als
es möglich ist, gegen Euch ganz an Eures Vaters Stelle treten möge.“
Zum Vormund der Vermögensverwaltung hat Friedrich A. Platzhoff seinen Vetter und Schwager Eberhard Platzhoff
und seinen Schwager Wynand Simons bestimmt, die alles bestens ordnen. Die Kinder erben ein beträchtliches
Vermögen.
Ein vergilbtes Zettelchen ohne Datum liegt vor - vom General von Gneisenau - „an den ritterlichen, Sagenreichen
Freund Folker3), dem der Waffengefährte zu Handschlag und Vertrauen den Professor der Sternkunde Herrn Benzenberg
aus Düsseldorf empfiehlt“. So kommt wahrscheinlich schon früh Benzenberg, Pastorensohn aus Schöller,
als Freund in Onkel Jakobs Haus. Ab 1805 erscheint er häufiger und bald wirbt er um die „holde Lotte“, so
wird sie von ihren sie schwärmerisch verehrenden Freundinnen genannt. Wahrscheinlich hat er sie, während
er in Hamburg war, in Bremen gesehen. 1807 verlobt er sich mit ihr, die Hochzeit folgt. Schon 15 Monate später
stirbt sie, kaum zwanzigjährig, im schwiegerelterlichen Pastorenhaus in Schöller.
Charlotte ist eine tragische Gestalt - ein besonders schönes, anmutiges junges Mädchen, wird in dem bestempfohlenen
Institut der Dem. Rumpp in den empfindsamen, rührseligen, zartsinnigen, alle Körperlichkeit verachtenden
Tendenzen ihrer Zeit erzogen. Elternlos aufgewachsen, von dem kinderlosen Onkel Jakob betreut, gerät sie nun
an Benzenberg, den Schüler des Spötters Lichtenberg. Das ist kein Mann für Schäferspiele, Händchenhalten
und gemeinsames Erschauern, wie Lotte sich ihre Ehe vorstellen mag. Benzenberg mochte die Symptome ihrer sich schnell
entwickelnden Krankheit (Tuberkulose?) falsch deuten, Abgespanntheit, Müdigkeit, Angstgefühle und übergroße
Empfindlichkeit für weibliche Eigenschaften halten, so daß eine rechte Ehe nicht zustande kommen kann.
Charlotte fühlt sich dem Haushalt in Düsseldorf nicht gewachsen und sucht Zuflucht in Schöller,
wo sie bald darauf in Benzenbergs Armen, ihrer Freundin Clarissens Hand haltend, stirbt.
Eine ganz zeitfremde Gestalt ist dieser Naturforscher Benzenberg: politisch aktiv mit Sinn für Technik und
Wirtschaft, verbindet ihn sein rastloses Lebenstempo mit allen Großen seiner Zeit. Dieser Sohn des Bergischen
Landes ist eigentlich der erste rheinische Liberale. Nach dem tragischen Erlebnis seiner kurzen Ehe heiratet er
nicht mehr. Den „Napoleonischen Aberglauben“ läßt er früh hinter sich und tritt als eine der lebendigsten
Gestalten auf die Bühne unseres eben erwachenden öffentlichen und politischen Lebens. Ein Jahr später
ist die Familie Platzhoff wieder von einem tragischen Todesfall betroffen. Carl Wilhelm, der jüngste Bruder
Jakobs, ertrinkt in der Wupper. Er ist von einem Spaziergang nicht zurückgekehrt und wird mehrere Tage vermißt.
Es wird angenommen, „daß der Verewigte, 37 Jahre alt, (Rekonvalscent nach einem Armbruch) am Vormittag in
der Klüse auf einem abgelegenen Fußpfade einsam spazierenging, durch einen unvorsichtigen Schritt ausglitt
und über das steile Ufer in das Wasser stürzte, wobei es ihm, da er nur einen Arm gebrauchen konnte,
unmöglich wurde, sich an dem Gesträuch zu halten, mit dem das Ufer bekleidet ist“. - Friedrichs Schwester
Wilhelmine ist 15 Jahre alt, als Charlotte stirbt; sie überlebt ihre Schwester um 73 Jahre. Sie hat Adolf
von Carnap geheiratet, der Oberbürgermeister von Elberfeld wird und im Revolutionsjahr 1849 die Wut der Menge
entfesselte, weil er zum Schutz der Stadt Truppen aus Düsseldorf beordert. Sein Haus wird zerstört, die
Familie zur Flucht gezwungen. Für die sechzehnjährige Tochter Marie ist dies Erlebnis so erschütternd,
daß eine Gemütskrankheit ausbricht, die erst in ihrem Alter weicht.
Jakob Platzhoff heiratet 1813 zum zweiten Mal, und zwar die Schwester von Charlottes Freundin Clarisse, Amalie
Willmanns aus Bremen, die ihm noch einen eigenen Sohn Friedrich Jakob schenkt. |
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Die Elternhäuser Bemberg
Die Familie Bemberg stammt vom Hof Bemberg bei Hattingen und beschäftigt sich schon früh mit Weinhandel,
der sie auch mit dem Bergischen Land in Berührung bringt4). Heinrich Bembergs Tochter
vermählt sich 1695 mit Peter Wuppermann aus Barmen; es wird von ihr berichtet, daß sie nach dem Tod
des Gatten das Geschäft erfolgreich weiterführt, weil ihr geschäftliches Denken und Handeln schon
von Kind an geläufig sind.
1734 heiratet eine Katharina Bemberg den Mathias Wuppermann. Katharina hat einen Bruder Peter - beide sind Heinrich
Bembergs Enkelkinder. Peters Sohn, J. P. Bemberg, kommt vier Monate nach dem Tode seines Vaters zur Welt; seine
dreißig Jahre ältere Schwester Christine hat den Weinhändler Gerhard W. Lausberg5)
geheiratet; deren Sohn Karl Lausberg, 1752-1809, ist also sechs Jahre älter als sein Onkel J. P. Bemberg.
Beide heirateten Schwestern aus der berühmten Monschauer Scheibler-Familie - der Neffe die ältere Ernestine
- der Onkel die jüngere Maria Theresia. Alle genannten Familien Bemberg, Wuppermann, Scheibler, Lausberg6)
sind lutherisch, was in dem reformierten Elberfeld die Eheschließungen begünstigte. Platzhoffs sind
reformiert.
Die Tüchtigkeit der Familie Scheibler wird am besten in der churfürstlichen Entscheidung aus dem Jahre
1760 beschrieben - u. a. ist es sehr interessant, die zeitgenössischen Ansichten über Kinderarbeit kennenzulernen,
die sicher nicht nur die des Kurfürsten sind.
„Mein Joh. H. Scheibler alleinig ist ein Tuchfabrique, wo mehr als 4000 Arbeiter ihren Lebensunterhalt hernehmen
und unser Paul und B. Scheibler (Söhne) Tuchfabrique ist selbiger nicht viel ungleich, so daß auf diesen
unseren beiden Fabriquen gewiß wenigstens sechsmal soviel Tücher fabriziert und verhandelt werden, als
alle übrigen in Montjoy vorhandenen in concreto zu fabrizieren und verhandeln vermögen. Wahrlich ein
erwünschtes Etablissement in einem Lande, wie das kalt und unfruchtbare Montjoy, wo von dem gar nicht beträchtlichen
Ackerbau die wenigsten Menschen sich ernähren-können und wo in Vorzeiten so starker Geldmangel war, also
jetzo davon Überfluß, darinnen zufrieden ist auch jedweder Mensch, welcher ohne die Fabriquen den Bettelgang
pflegen müßte, ja schon fünf- und sechsjährige Kinder von der allerlei Fabriquearbeit sich
wohl zu ernähren vermögen.“
Die Familie Scheibler, im Anfang des 18. Jahrhunderts ihres protestantisch-lutherischen Glaubens wegen aus Aachen
vertrieben, findet für die Tuchindustrie günstige Voraussetzungen am Rande des hohen Venn in Monschau
- große Schafherden, gutes Wasser und billige Arbeitskräfte, sowie die religiöse Duldsamkeit der
herzoglich kurfürstl. Regierung. Auch der Modewechsel zum Rokoko war äußerst günstig für
die Textilfabrikation, und der Vorliebe zu feinen gemusterten Stoffen wird in Monschau Rechnung getragen. Dennoch
war dieser Scheibler-Betrieb in der Eifel ein Wunder und allein der Genialität des Joh. H. Scheibler und dessen
Tatkraft und Energie, Widerstände zu beseitigen, zu verdanken. Die Firma Scheibler hatte ihre Abnehmer in
ganz Europa - ja auch in Rußland und dem Orient.
Joh. H. Scheibler's Enkelin war Therese Platzhoff's Mutter; sie wurde 1774 in Monschau geboren und heiratete J.
P. Bemberg im Jahre 1793. Gerade ein Jahr zuvor hatte er seine Firma in Elberfeld eröffnet. Vielleicht hatten
die Beziehungen zu Scheiblers den rührigen J. P. Bemberg erst auf den Handel mit Farbstoffen aufmerksam gemacht.
Als Weinhändler kam er viel herum, er bereiste die Pfalz und Frankreich und konnte von dort das in Deutschland
so begehrte Krapp mitbringen - das Geheimnis der Türkischrotfärberei war gerade erst bekannt geworden.
J. P. Bemberg erwarb drei Häuser an der Wupper, deren Wasser zur Färberei genau so geeignet war wie zum
Bleichen. Baumwollgarne kaufte J. P. Bemberg in England, färbte sie dann und gab sie weiter an Webereien,
wo auch immer sie abzusetzen waren. |
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Hier wäre vielleicht die Gelegenheit, einmal darüber
nachzudenken, auf welche Weise die ungeheuren Warenmengen, die ein- und ausgeführt wurden, transportiert und
wie die Elberfelder Kaufleute, die ja bei allen Messen zu finden waren, die Entfernungen bewältigten. Nun,
wer es sich leisten konnte, hatte ein eigenes Reitpferd oder Gespann, denn die Postkutschen waren unendlich langsam,
z. B. fuhr zweimal wöchentlich die Post nach Düsseldorf, 8.30 Uhr ab Elberfeld, Mittagsrast in Schöllerheide,
zwischen 5 bis 6 Uhr langte man in Düsseldorf an. Zurück ging es etwas schneller, 5 Uhr morgens ab Düsseldorf,
war man mittags schon in Elberfeld.
Neben den Postkutschen, den Reitern und den privaten Gespannen, bewegten sich die riesigen beladenen Frachtwagen
(Landgeteuer) auf den holprigen Wegen - mit zwei bis vier kräftigen Rössern bespannt, der Sicherheit
wegen zu mehreren zusammen, verstopften sie die Wege, die in die Stadt hinein und aus ihr heraus führten.
Der Schinderhannes im Hunsrück und der Fetzer am Niederrhein waren ja nur die berühmtesten Räuber
der napoleonischen Zeit, es gab ihrer viele. Die Frachtleute, die oft gleichzeitig Inkasso machten, waren begehrte
Opfer, denen man meistens in der Übernachtungsherberge zu Leibe rückte. J. P. Bemberg wird auf seinen
Reisen immer Pistolen bei sich getragen haben, von Friedrich Platzhoff wissen wir es genau. Er ritt nach Leipzig
zur Messe mit Pistolen in der Satteltasche. 1838 fuhr die erste Eisenbahn zwischen Elberfeld und Erkrath - dann
änderte sich alles.
J. P. Bemberg und Maria Theresia Scheibler ziehen drei Kinder auf. Johanna Therese, Friedrich Platzhoff's Frau,
ist die Älteste und wird am 25.07.1794 geboren; es folgten eine Schwester Julie und der Sohn Julius, der zehn
Jahre jünger ist als Therese. Thereses Schwester Julie hat den Gutsbesitzer Peter vom Rath aus Lauersfort
bei Krefeld geheiratet, sie stirbt kinderlos, wir wissen nichts von ihr. Peter vom Rath ist Teilhaber der Firma
J. P. Bemberg, scheidet aber schon 1819 aus.
J. P. Bembergs einziger Sohn Julius heiratet Lina Wülfing, sie haben zwei Kinder, einen Sohn von zehn und
eine Tochter von einem Jahr, als er 43jährig stirbt.
Briefe sind in der Familie Bemberg nicht aufbewahrt worden, so wissen wir wenig über ihre seelische Konstitution.
Wir haben aber Grund anzunehmen, daß sie lebensbejahende, fröhliche Menschen waren. Nur ein Brief von
J. P. Bemberg liegt vor, ein gefaltetes, gesiegeltes Stück Papier, wie man es durch Boten oder Kinder in die
Nachbarschaft schickt. J. P. Bemberg, über 70 Jahre schon, hat eine dynamische, elastische Handschrift, in
der viele heitere Züge vorhanden sind, daß man ihn für einen rechten Spaßmacher halten könnte.
Daß sein Name in Verbindung mit Damenstrümpfen einmal weltberühmt werden würde, hätte
er sicher als köstlichen Witz empfunden. Auch der Inhalt jener Botschaft ist fröhlich formuliert, wenngleich
es sich um eine juristische Transaktion handelt.
Liebe Therese! Als Andenken an uns schenke ich Dir
das Gut Ottenbruch mit dem herzlichen Wunsch, daß
es Dir und Euch Allen immerfort viel Vergnügen
machen wird.
Elberfeld, den 16. März 1830
Dein Vater
J. P. Bemberg
Das Gut umfaßte immerhin ca. 200 Morgen, davon mehr als die Hälfte Ackerland und mehr als ein Viertel
Wald.
1838 stirbt J. P. Bemberg im damals seltenen Alter von 81 Jahren.
Wir wissen nicht sehr viel über Friedrich Platzhoffs Jugendzeit, Onkel Jakob lobt in Briefen an Lotte seine
guten Anlagen und seinen Fleiß. Erzeugnisse aus früheren Jahren, eine Liedersammlung und eine Geschiehtstafel,
die ein ganzes Buch füllt, säuberlich von seiner Hand geschrieben, erregen noch die Bewunderung seiner
Enkel. Bestimmt erhält er hervorragenden Musikunterricht, sein Kunstsinn wird entwickelt, doch alles im Hinblick
auf den Kaufmannsberuf, der Familientradition folgend. Lehrjahre führen ihn nach Heidelberg, wo er bei der
Firma Fries in einer Türkischrotfärberei lernt, wohl auch bei der Familie wohnt und mit dem Sohn des
Hauses Mitglied der Freimaurerloge: „Carl zur deutschen Biederkeit“ wird.
Seine Jugend fällt in eine stürmische Zeit, die Erschütterungen im Nachbarland Frankreich bringen
jeden Tag neue Ereignisse. Viele hochgespannte Erwartungen auf die Errungenschaften der Französischen Revolution
werden in den folgenden Jahren gründlich vernichtet. Die ersehnte Freiheit kommt teuer zu stehen, die steigenden
Kriegskosten werden mit Gewalt erpreßt. Dies und die Assignatenwirtschaft führen zu Inflation, die Lebensmittelpreise
steigen. Und immer wieder wird der Bürger zur Kasse gebeten, in Elberfeld ist es die des Herrn Goldenberg
auf dem Rathaus. Ein Stapel dieser Kontributionen, wo innerhalb weniger Tage bei Strafe der Exekution große
Beträge abzuliefern sind, haben die Zeiten überdauert. Welch ohnmächtige Wut allein der Ton der
Schreiben ausgelöst haben mag, können wir uns nur vorstellen. Mit der Kontinentalsperre erhält die
Bergische Industrie den Todesstoß, denn sie wird sämtlicher Absatzgebiete beraubt. Ein Intervall der
Hoffnung, als sich Murat industriefreundlich zeigt, erweist sich als Illusion. Die Unzufriedenheit wächst,
und als 1812 in Moskau die Flammen lodern, erwacht auch im Bergischen der Befreiungsgedanke. 1813 kommt eine neue
Truppenaushebung, die jungen Leute widersetzen sich und es kommt zu den Aufständen der Knüppelrussen.
Friedrich Platzhoff findet einen besseren Ausweg, er heiratet Therese Bemberg, denn als verheirateter Mann kann
er sich vom Heeresdienst loskaufen. Drei Bräute in der Familie sollen mit dem Ausruf, „wir müssen heiraten“
zuerst Befremden und dann großes Verständnis bei ihren Familien gefunden haben. Inzwischen formieren
sich schon die Freiheitsarmeen, und die ausgesaugte Bevölkerung beginnt wieder für den Krieg zu zahlen,
diesmal freiwillig, auf dem Altar des Vaterlandes. - Ob Friedrich Platzhoff schon vor seiner Heirat in das Bemberg'sche
Geschäft eingetreten war, wissen wir nicht, jedenfalls wurde er nach seiner Heirat Teilhaber. 1815 werden
die Rheinlande preußisch. Justus Gruner, der Generalgouverneur, hatte die „Einverleibung“ umsichtig vorbereitet.
Am 20. 4. 1815 nimmt auch eine Elberfelder Delegation an den Feierlichkeiten in Aachen teil, darunter Stadtrat
Platzhoff I. Begeisterung gibt es auf beiden Seiten nicht, doch wird es besser, als erwartet. |
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Friedrich Platzhoff findet für sein berufliches Leben
eine günstigere Zeit, als sie J. P. Bemberg hatte. Das Preußische Zollgesetz 1818 öffnet der Bergischen
Industrie zum ersten Mal auch den innerdeutschen Markt. Nach Mißernte und Hunger jähren 1816 und 1817
gibt es wieder Lichtblicke. Es liegt uns ein Königlich preußischer Reisepaß vor; „nach den Rheingegenden
und ganz Deutschland“ darf Friedrich Platzhoff mit Familie, Gespann und Pferden ungehindert reisen, allerdings
ist er schuldig, ihn da, wo er länger als 24 Stunden bleibt, sowie auf der Landesgrenze von der Polizeiobrigkeit
visieren zu lassen. 1825 wird die allgemeine Schulpflicht eingeführt, zwei Jahre später wird Friedrich
Platzhoff Stadtrat als Platzhoff II. Aus der gleichen Zeit liegt die Quittung über eine Schenkung an die Stadt
vor; ob da ein Zusammenhang besteht, läßt sich nicht mehr feststellen. Jedenfalls ist das Amt nicht
nur mit Ehre, sondern auch mit Ausgaben und viel Arbeit verbunden; bald sehen wir Friedrich Platzhoff mit den Verwaltungsarbeiten
beim Bau der Nevigeser Straße beschäftigt, später wählt man ihn in die Schulkommission.
Am 10. Januar 1826 feiert Friedrich Platzhoff seinen 35. Geburtstag, die Mitglieder seines Streichquartetts huldigen
ihm mit einem Gedicht, überschwenglich zwar und doch sehr bezeichnend:
„Hör freundlich Dir an, was Freundschaft ersann!
Wo segnend die Liebe verweilet,
der Gatte und Vater schon teilet
auf Erden mit Engeln sein Glück,
bleibt auch nicht die Freundschaft zurück.
Nein, nein, sie naht und bringet Blumenkränze,
erblüht voll Duft in ewig jungem Lenze
der himmlischen Künste, Dir Glücklichem dar,
der frühe ihr Liebling und Schützer schon war!“
Und dann in Prosa:
„Und daß der Gattin und den Kindern der liebende
Gatte und zärtliche Vater, den Freunden der treue
Freund, den leidenden Brüdern ein Helfer in der Noth
und den freundlich verschönernden Künsten ein
sinniger herzvoller Gönner noch lange erhalten werden
möge, ist, Herr, Herr unser Gebet und unser aller
Wunsch! ...“
Am gleichen Tage erhält er einen Brief von seinem Schwager Adolph von Carnap. „Lieber Fritz ! Ich erhalte
gerade heute die mir vor vier Wochen bestellte Frankfurter Bibel, und wenn Du es mir nicht übel nimmst, so
sey sie Dir zu deinem heutigen Geburtstag zum Andenken an mich geschenkt und zwar mit dem Wunsche, daß Methusalems
Alter Dir zu Theil werde. Meine anderen Wünsche sage ich Dir diesen Abend, Dich und Therese erwartend, Dein
treuer Schwager.“ 1830 wird Stadtrat Platzhoff II Mitglied der Schulkassen-Deputation. Die Schule interessiert
den jungen Vater, da seine Söhne inzwischen Schüler geworden sind, ganz besonders. Um alles, aber auch
um alles kümmert er sich in Gründlichkeit.
Im Jahre 1836 bezieht die Familie ihr neues Haus in der Berliner Straße, dreistöckig, in einem großen
Garten, mit Schiefer bekleidet und einer großen Freitreppe. Dies Haus bewohnt Friedrich Platzhoff bis zu
seinem Lebensende, hier hat er sich ein Kunstkabinett eingerichtet, die seinen Münz- und Kupferstichsammlungen
einen würdigen Rahmen geben, hier füllen sich bald die Wände der vielen Räume mit Ölgemälden,
die er in späteren Jahren sammelt. In den gewölbten Kellerräumen ruht der Wein, den er in Gebinden
kauft und selbst betreut. Es fehlen nicht die Pferdeställe und Remisen, ist doch die Familie mit eigenem Gespann
viel, sogar bis nach Neapel gereist. Der Hühnerstall, die Orangerie und das Treibhaus unterstehen sicher Frau
Thereses Regie, im Garten gab es einen prächtigen Springbrunnen und im Waschhaus befand sich eine weiße
Marmorbadewanne mit Rohrleitungen von heißem und kaltem Wasser.
Friedrich Platzhoff ist ein Mann, der es fertig bringt, was wenigen gelingt: Neben einem ungemein tätigen
und erfolgreichen Berufsleben (er ist auch noch Direktorialrat der Vaterland. Feuerversicherung) erhält er
sich den regen Sinn für Musik und Kunst. Aber darüber hinaus ist er vorbildlicher Familienpatriarch,
mit liebevoller Fürsorge für Frau und Kinder und nimmt Anteil am Geschick seiner Stadt und seiner Mitbürger.
Er, von dem Kommerzienrat Meckel, Mitglied von Bismarcks Volkswirtschaftsrat, sagt, daß er auch im lieben
des Staates eine hervorragende Stelle hätte einnehmen können, wenn ihm die Gelegenheit dazu geboten worden
wäre, ist es wert, daß wir uns an ihn erinnern. -
Ganz ablehnend ist er, als Tochter Emilie den Predigtamtskandidaten heiraten will, der Hauslehrer bei der Witwe
Julius Bemberg's ist, nicht nur aus gesellschaftlichen Gründen. Er, der Gemessene, mag den leicht erregbaren
und gefühlsbetonten Jüngling nicht, der sich sonst in der Familie viele Freunde erringt. Trotz Verbot
halten sich die jungen Leute die Treue, und als Chrzescinski in Hattingen seine erste Pfarrstelle innehat, bekommt
Friedrich Platzhoff einen Brief seiner Tochter, der mit dem Satz endet: „Es steht natürlich nach Gottes Willen
in Deiner Hand, ob Du uns glücklich machen willst, aber die ganz innige Dankbarkeit unserer Herzen würdest
Du gewinnen, wenn Du Deine Einwilligung geben wolltest und Dich nachher des Glücks freuen, das Du uns bereitet
hättest.“ Emilie wurde eine gute Pastorenfrau und ihrem Sohn Gustav Chrzescinski* haben wir viele Familienerinnerungen,
die er aufzeichnete, zu verdanken. Chrzescinski war durch die Vermittlung eines Freundes von Ostpreußen nach
Wuppertal gekommen, sein Vorgänger in der Hauslehrerstelle schildert die Umstände, die ihn erwarten:
„Sie, Frau Lina Bemberg, dürfte stolz erscheinen, obgleich sie es nicht ist, da die Elberfelder gesellige
Form überhaupt etwas Stolzes, Kühles und Kaltes, oft sogar für einen Menschen wie mich, der sich
zu Hause und besonders in Bonn in geschmeidigen lebensgewandten Cirkeln in der Art eines feinen gesellschaftlichen
Lebens bewegt, etwas Verletzendes hat. Elberfeld hat das nächste und engste Familienleben, gibt aber dem Fremden
durchaus nichts, denn dieser kommt nicht in die Familie!“ -
Friedrich Platzhoff geigt in seinem Quartett. Ein Familienquartett, wie er es sich wünschte, ist wohl nicht
zustande gekommen, obwohl auch die Kinder musikalisch sind und außer Gustav Instrumente spielten. Er wird
auch Mitglied der Freimaurerloge „Hermann zum Land der Berge“, die sich 1815 aus dem Verein Museum konstituiert,
der 1834 in die Gesellschaft Casino übergeht. Seine Kunstsammlungen erfordern mannigfachen Schriftwechsel,
mit Malern, Geigenbauern usw., wovon ein Brief von Prof. Scheuren, Düsseldorf, erhalten ist, „dem es zu Ehre
gereicht, daß Friedrich Platzhoff mit seinen so schönen Liebhabereien ein Bild von ihm erworben hat,
das er als Vorlage für ein Ähnliches gern geliehen haben möchte.“
Dr. A. Pagenstecher, Hausarzt und kritischer Freund, dessen Sohn sich mit Maria Platzhoff vermählt hat, schreibt
in einem Brief an den Sohn über Friedrich Platzhoff's Wesen: „Der alte Friedrich Platzhoff war eine Originalnatur,
mit schönen seltenen, aber auch kontrastierenden Eigenschaften. Als Kaufmann in pekuniären Dingen sehr
konservativ, im Handel scharf wir ein Schermesser, öffnete er den Beutel nicht gerne, lebte einfach und hatte
wenig Bedürfnisse, kleidete sich bürgerlich, wenn nicht gar schlecht. So galt er für zäh, fast
geizig, doch war seine Seele viel zu weich, sein Herz für den Geiz viel zu edel, sein Geist viel zu strebsam
und weit angelegt. Für seine Kinder, die angebetete Göttin, war ihm kein Opfer an Geld und Liebe zu groß.
Für seine zahlreichen Kunstneigungen hatte er Vieles übrig und war auch für die vielen Freunde unermüdlich,
sowie, wenn auch mit Vorsicht, zu pekuniärer Hilfe bereit. Seine Rastlosigkeit vom frühen Morgen jeden
Tages an war erstaunlich. Überall trieb er sich umher, auf dem Kontor, in Warenlager und Färbereien,
auf den Fitzkammern, im Pferdestall und Heuboden, Weingarten, in seinen Gärten und Landgütern, in seinen
naturhistorischen und numismatischen Sammlungen. Alles ordnete und übersah, kannte und ergänzte er selbst.
Jetzt zankte er sich mit einem Makler herum, stürmte in die Kinderstuben seiner Enkel, lief selbst zum Arzt,
wenn einem etwas zu fehlen schien, trug das Rezept selbst zur Apotheke, sprang im Vorbeigehen in eines seiner Farbhäuser
und stand ein paar Minuten später am Violinpult, um mit innigster Vertiefung eine Mozartsche Sonate meisterhaft
durchzuspielen. Hierin fand er Anerkennung von Seiten Paganinis, der ihm sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift
verehrte. Seine Hauptliebhabereien waren das Violinspiel und eine ganz artige Gemälde Gallerie. Letztere suchte
er mit möglichst geringen Ausgaben auf einen möglichst großen Fuß zu bringen, so paradierte
viel Mittelmäßigkeit neben manchen Vortrefflichkeiten. Seine tadellose Redlichkeit und uneigennützige
Gefälligkeit erwarben ihm in weiten Kreisen aufrichtige Anerkennung seiner Mitbürger.“ Voll schwärmerischer
Bewunderung dagegen ist Pagenstecher für Frau Therese, fast zu pathetisch: „Eine innerlich vornehme Natur,
gehaltenen Ernstes, feinen Anstandes, ohne alle Prätention, ganz von selbst die Würde des Weibes und
des Hauses behauptend, erschien sie als der klare ruhige Verstand in vollkommener Selbstbeherrschung und balanzierte
die elektrische Reizbarkeit, den jedem momentanen Eindruck preisgegebenen Charakter ihres Eheherrn. Dabei trug
sie ein tiefedles Gefühl im Herzen, voll Liebe, Wahrheit und Treue. Ganz der Typus nordgermanischer Frauen,
abgelöst von subjektiven Genüssen und Eitelkeiten, nur ihrer Pflicht in endloser Hingebung und heiliger
Stille lebend, war sie ein wunderbares Mysterium holder WEIBLICHKEIT.“ Therese stirbt im November 1858 nach mehrjährigem
Leiden im 65ten Lebensjahr. Am 1. November 1859 zeigen die Hinterbliebenen an: Gestern abend um halb sieben Uhr
entschlief nach kurzem Krankenlager unser geliebter Vater, Herr Friedrich Platzhoff senior, im neun und sechzigstem
Lebensjahr. Sein Verlangen, seiner heimgegangenen Gattin, unserer theuren Mutter in die Wohnungen des ewigen Friedens
zu folgen, ist ihm erfüllt; wir aber beugen uns unter dem Willen des Herrn, der uns in kurzer Frist von noch
nicht einem Jahre beide Eltern abgefordert.
Es wäre nun noch vom Nachlaß7) zu reden, den die Kinder außergerichtlich teilen. Sie hatten
zu diesem Zwecke ein genaues Nachlaßverzeichnis aufgestellt, die Mobilien und Immobilien wurden von vereidigten
Sachverständigen taxiert. Sie haben von dem Gesamtvermögen 8 gleichwertige Lose gebildet und treffen
sich dann im Mai 1860, um nach genau festgelegter Reihenfolge die Lose zu ziehen. Für die schon verstorbene
Maria Pagenstecher ist als Vormund des erbberechtigten Sohns Dr. med. Carl Pagenstecher anwesend. Dieser zieht
das vierte Los und findet es nicht passend als Erbschaft für das Kind, weil es die Geschäftshäuser
an der Hofaue enthält. Man beginnt alsdann zu tauschen und einigt sich, nachdem einige Lose ihren Besitzer
gewechselt haben. So erbt Sohn Gustav den Großteil des Guts Ottenbruch, in dessen baldiger Bebauung auch
die Platzhoffstraße enthalten ist, die nach ihm benannt wird. Gustav, der keine Kinder hat, adoptiert eine
Tochter. Er tut viel für die Stadt, die ihm mit einem Denkmal an der Briller Höhe dankt.
Das Nachlaßverzeichnis ist so vollständig, daß man nach ihm die Häuser und Gegenstände
rekonstruieren könnte. Alles ist mit Akribie aufgezeichnet, vom wertvollen van Dyckschen Madonnenbild bis
zur kleinsten Küchenschaufel.
Auch Kirchensitze, in der reformierten sowie in der lutherischen Kirche, sind im Nachlaß enthalten. |
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